Das Fest der Liebe, klingt das nicht schön?

Jedes Jahr feiern wir dieses tolle Weihnachtsfest und genießen diese fantastische Stimmung, die bunten Lichter überall (bei mehr Glühwein ein bisschen mehr Lichter), die Weihnachtsbäumchen und wenn wir Glück haben den ersten Schnee. Die Familie wird zu dieser Zeit ganz groß geschrieben. Es ist eindeutig das Fest der Liebe. Die Liebe ist an jeder Kassenschlange wirklich zu spüren. Je länger die Schlange, desto grösser die Freude.
Die fröhlichen Gesichter der Paketzusteller nehmen an Weihnachten enorm zu. Niemand ist gestresst, und jeder bringt die Liebe zum Blühen. Die Geschenkesucherei ist jedes Jahr super einfach und man weiß immer, was man schenken darf. Und wenn man es nicht weiß, greift man in der Not nach den in Türkis verpackten Päckchen, Douglas wird’s schon richten.

Im Fernsehen nimmt die Werbung für Spendenaktionen jeglicher Art zu. Zu Weihnachten soll niemand vergessen werden! Es fühlt sich alles richtig an. Weihnachten fühlt sich wie das Fest der Liebe an. 
Aber warum sieht das nicht aus wie das Fest der Liebe? Warum erinnert Weihnachten mittlerweile an Wahnsinn? Ist unser Herz tatsächlich mit mehr Liebe erfüllt als sonst? Und wenn ja, warum kann diese Liebe nicht das ganze Jahr über andauern? Wie viel Liebe steckt denn im Fest der Liebe? 

Das Geben muss gelernt sein. 

Wir feiern die Geburt von Jesus (eigentlich). Zu Weihnachten setzen wir uns an den gemeinsamen Tisch, mit der ganze Familie und lassen das Jahr Revue passieren. Wir kommen zusammen und für diese Zeit sind alle Streitereien auf Eis gelegt. Wir schieben alles Negative beiseite, um friedlich miteinander zu sein. Wir beißen uns auf die Zunge, lächeln, wünschen jedem nur das Beste.


Doch bevor wir das tun, sind wir mit diesen wichtigen Dingen beschäftigt, wie eben dem Suchen nach richtigen Geschenken. Zu Weihnachten üben wir uns im Geben. Geben ist Liebe und Zuneigung, manchmal ist Geben auch nur Sympathie.
Wir haben gelernt, dass Geben etwas Gutes und Wertvolles ist. Geben ist Liebe. Doch das Geben kann man richtig und man kann es falsch machen. Ja, auch das Geben muss gelernt sein. Das Annehmen fällt uns da schon enorm einfacher. Das Geben ist erst dann wertvoll und richtig, wenn wir nichts im Gegenzug erwarten und wenn das Geben vom Herzen geschieht. Das Geben ist nämlich kein Tauschgeschäft. Wie oft geben wir, ohne etwas zu erwarten?
So beschenken wir zu Weihnachten unsere Liebsten. Der Wert der Geschenke soll dem Wert der Beziehung entsprechen. Man will die geliebten Personen nicht enttäuschen und man will seine Zuneigung bestmöglich ausdrücken. Je teurer oder größer das Geschenk, desto größer die Liebe (oder auch das schlechte Gewissen). Verrückt oder? Wir geben den Geschenken sehr viel Macht, die sie eigentlich nicht haben. Wir geben den Geschenken die Macht der Liebe. Geschenke ersetzen aber die Liebe nicht, sie betonen höchstens die Liebe und Zuneigung. Sie sind ein netter Zusatz, aber sie sind keine Wiedergutmachung für das schlechte Verhalten. Das sind kleine Gesten, die den Beschenkten glücklich machen sollen.

Wir beherrschen den Konsum mittlerweile bis zur Perfektion. Und die Industrie weiß genau was den Menschen fehlt, nämlich in den meisten Fällen die Liebe und Aufmerksamkeit. Deshalb funktioniert das Shoppen so gut, weil es uns den Ersatz für Liebe „andrehen“ will. Das funktioniert perfekt und zu Weihnachten erreicht das den Höhepunkt, weil es das ist was wir mittlerweile und leider am besten können und was tatsächlich einfacher ist, als Liebe zu geben. 

Dabei ist es so einfach Menschen glücklich zu machen auch ohne Geschenke. Das ist für uns nicht zu begreifen. Dazu genügen ein freundliches und liebevolles Wort, eine schöne Nachricht, ein Lächeln, ein Kompliment oder auch ein guter Rat und das nicht nur zu Weihnachten. Und genau hier liegt das Problem. Liebevoll an 3 Tagen Weihnachten zu sein ist deutlich einfacher als an 365 Tagen im Jahr. 

Also brauchen wir uns über die Geschenke, in materieller Form, eigentlich nicht den Kopf zu machen. Den Kopf sollten wir uns immer über unser Verhalten den anderen Menschen gegenüber, vor allen Dingen den geliebten Menschen gegenüber, machen. In einer Partnerschaft kann man sich dann die Fragen stellen: War ich in meiner Beziehung gut zu meinem Partner oder habe ich meine schlechten Launen viel zu oft an ihm oder ihr ausgelebt? Wie aufmerksam war ich? Wo habe ich vergessen mich zu entschuldigen? Wo kommt meine Liebe nicht zur Geltung? 

Satt essen um nichts zu fühlen 

Weihnachten, das Fest der Liebe, ist ebenfalls das Fressfest. Sich satt essen um dann ab dem 01.01 wieder aufs Laufband zu steigen ist eine Tradition wie Weihnachten selbst. Auch das Essen wird als ein „Ausfüller“ genutzt. Wenn wir satt sind, dann brauchen wir nichts mehr. Das Gefühl der Völle ersetzt aber nicht das wundervolle Gefühl der Liebe. Manchmal essen wir uns eben so voll um nicht zu merken, was uns eigentlich fehlt. Wir essen uns taub. 

Bei all dem Essen und Schenken muss man eines erwähnen: Liebe pur ist am schönsten. Liebe ist nicht greifbar, nicht in Geschenkpapier einpackbar. Sie ist nur mit dem Herzen sichtbar und durch keine Sache der Welt ersetzbar. Lass uns deshalb ein Weihnachten feiern indem wir die Prioritäten richtig setzten. Lass uns doch liebevoll miteinander umgehen alle Tage die wir auf dieser Welt sind und nicht nur zu Weihnachten. Es lohnt sich wirklich. Dabei muss man nur geduldig sein mit sich selbst und mit anderen. Dann brauchen wir keine Geschenke zu kaufen, weil wir dann selbst ein Geschenk sind, in einer Welt, wo ein liebevolles miteinander bereits oscarverdächtig ist. Und auch wenn es mal „blöde“ Menschen gibt, lass dich durch deren Verhalten nicht anstecken.

Verteilt mehr Lachen als Likes, damit ist jedem mehr geholfen. In diesem Sinne Fröhliche Kaufnachten…entschuldigung ich meine WEIHNACHTEN.