Schon sehr früh begann ich mich auf Grund meiner eigenen Geschichte mit Themen rundum Persönlichkeitsentwicklung zu beschäftigen. Dabei kam ich bei dem Versuch meine negativen Gedanken und Ängste aufzulösen, natürlich nicht um Entspannungstechniken wie Meditation, Yoga, autogenem Training etc. vorbei. Aber was bringt das alles eigentlich? In diesem Beitrag möchte ich euch bewusst nur eine der umfangreichen Wirkungen nahebringen, die bei mir zu dem berühmten „Klick“-Moment geführt hat.

Ich hatte schon mehrere Jahre eher sporadisch als regelmäßig diverse der oben genannten Entspannungstechniken ausprobiert, konnte mich aber nie so richtig darauf einlassen. Ich bin (noch) ein Mensch, der Dinge erst mal rational begreifen muss, um sich dann vollends darauf einlassen zu können. Und irgendwann kam er dann der Moment, in dem es laut und unwiderruflich „Klick“ machte!

In meiner Ausbildung in der humanistischen Psychotherapie erklärte uns unsere Ausbildungsleiterin die Wirkung von Entspannungsübungen auf das Nervensystem. Achtung! Ich vereinfache im Folgenden bewusst sehr stark, damit es leicht zu verstehen ist.
Wir alle haben als Teil unseres vegetativen Nervensystems zwei Gegenspieler: den Sympathikus und den Parasympathikus. Während der Sympathikus anregend wirkt, ist der Parasympathikus für die Beruhigung zuständig. Dieser Mechanismus und das Wechselspiel der beiden ist durchaus sinnvoll. Denn in einer „perfekten Welt“ würden wir zwischen An- und Entspannung harmonisch hin und her pendeln. Auf eine Phase von Anspannung muss also zwingend eine ausgleichende Phase von Entspannung folgen – doch das ist gerade heutzutage oft nicht der Fall.
Wir leben in einer Welt völliger Reizüberflutung, machen ständig Überstunden, sind immer und überall erreichbar und nehmen uns kaum bewusst Zeit zum Energie-Tanken. Dies wiederum führt zu einem stark überreizten Sympathikus. Ist der Sympathikus, der auch dafür zuständig ist die Energie freizusetzen, die benötigt wird um zu kämpfen oder fliehen, wenn wir in großer Gefahr sind, überreizt, meldet er dem Gehirn Gefahr. Und dieses reagiert dann in logischer Konsequenz mit negativen Gedanken, Ängsten, Herzrasen, innerer Anspannung etc. Und was hilft da? Die Aktivierung des Gegenspielers, dem Parasympathikus! Und wie geht das am schnellsten und besten? Mit Meditation, Yoga, autogenem Training und diversen anderen Entspannungsübungen.

Ich habe jahrelang versucht meine häufig wirklich völlig irrationalen negativen Gedanken und Ängste im Kopf aufzulösen, ohne Erfolg. Ich war nach jedem Versuch eigentlich noch angespannter. Seit meinem „Klick“-Moment habe ich bewusst auf meine Gedanken vor und nach einer Meditation oder Yoga-Stunde geachtet und glaubt es mir oder nicht: meine negativen Gedanken verschwinden einfach „von allein“ und es geht eigentlich noch weiter: ich fühle mich ausgeglichen und schaue „plötzlich“ zuversichtlich und hoffnungsvoll in die Zukunft und das alles „nur“ weil ich mich bewusst entspannen und somit den Parasympathikus aktivieren konnte.

Ich kann verstehen, dass Meditation und Yoga nicht jedermanns Sache sind, aber auch ein paar bewusste Atemzüge, ein Spaziergang an der frischen Luft, eine moderate Cardio-Einheit oder einfach Zeit in netter Gesellschaft können euch helfen! Alles das, was dir und deinem Körper Sicherheit signalisiert, wirkt sich positiv auf den Parasympathikus aus.

Ich konnte es selber nicht glauben, bin aber heute so dankbar für diese Erkenntnis, die mir so wahnsinnig viel Macht über mein eigenes Befinden gibt. Also, probiert es aus!