Entspannte und glückliche Kinder – der Traum aller Eltern vor allem im Urlaub. Und trotz tip top Ferienanlage, Super-Wasserrutsche oder jeden Tag Eis sind die Kinder trotzdem wieder unzufrieden, nörgeln rum oder ärgern sich wegen jeder Kleinigkeit. 

Dann wird es Zeit, sich mal damit auseinanderzusetzen, was eigentlich Kinder – nachhaltig – glücklich und relaxed macht. In der sogenannten Glücksforschung ist das unter dem Begriff Glückskompetenz zusammengefasst. Das sind Verhaltens- oder Denkweisen, die Menschen helfen, sich länger und häufiger glücklich zu fühlen. 

Es ist mittlerweile bewiesen, dass Menschen, die sich häufig glücklich fühlen, weniger krank sind, anderen Menschen häufiger helfen, bessere und längere Beziehungen aufbauen und sogar besser in Job und Schule sind. 

Also es gilt umso mehr der Spruch: Happy kids, happy parents, happy family 😉  

 Es gibt aber zwei wichtige Warnhinweise 

  1. Die beste Anleitung für Kinder sind glücklich Eltern! Eltern, die entsprechende Denk-. und Lebensweisen kultiviert haben sind der beste Lehrer. Und bestimmte Verhaltensweisen predigen, ohne sie vorzuleben, wie nur sehr kurzen Effekt haben.
  2. Wer von ewig fröhlichen Kindern träumt, die den ganzen Tag helfen wollen, irrt: Glückskompetenz zu haben heißt in keinster Weise, dass man sich nie unglücklich fühlt. Das Leben besteht aus Enttäuschungen, aus Schmerz, aus Ärger. Und es ist schädlich, diese negativen Gefühle wegzudrücken oder zu ignorieren. Kinder können vielmehr einen konstruktiven Weg lernen, damit umzugehen. 

Es gibt vier große Themenfelder, die Kindern helfen, sich glücklicher zu fühlen und mit Schwierigkeiten und negativen Gefühlen besser und konstruktiver umzugehen: 

1. Gefühle: Erkennen, benennen und den Fokus auf das Positive legen 

Eigene Gefühle erkennen und dann auch noch das richtige Wort dafür finden, ist ganz schön schwierig. Die nagende Eifersucht auf ein Geschwisterkind äußert sich manchmal im Wutanfall beim Kartenspiel. Und dann auch noch merken: “Ah, eigentlich war ich eifersüchtig auf meine kleine Schwester, weil sie Aufmerksamkeit von Papa bekommen hat”. Das braucht Übung und ein bißchen Unterstützung. Zum Beispiel im gemeinsamen Reflektieren: Was hat dich eigentlich gerade so wütend gemacht? Wie hat sich das angefühlt? Und wie könnte man das Gefühl benennen? 

Der nächste Schritt ist dann den Fokus auf die positiven Gefühle zu richten. Unser Gehirn ist evolutionär darauf trainiert, die schlechten Dinge zu sehen. Wer sich in der Steinzeit zu lange an den schönen Blumen und Bäumen erfreut hat, ist Gefahr gelaufen, vom Bären gefressen zu werden. Also lieber nonstop Gefahren scannen. Heute lauern aber nicht mehr so viele Bären hinterm Baum. Der ewige Fokus auf Problemen, Gefahren und Risken macht uns krank und unglücklich. Daher ist es viel besser, täglich bewußt den Fokus darauf zu richten, was gerade gut war! Was Freude geschenkt hat. Und wofür man dankbar ist. 

Kinder können zum Beispiel abends die drei schönsten Dinge am Tag aufzählen. Oder eine “Glücks-Schatzkiste “anlegen mit allen Dingen, die sie erfreuen. Sei es eine gefundene Feder, ein schöner Stein oder das Lieblingsauto. 

2. Akzeptanz: Sich so annehmen wie man ist

Jeder Mensch hat Stärken und Schwächen – das ist vollkommen menschlich und auch gut so. Das anzuerkennen und sich selber mit dem “ganzen Paket” zu sehen, ist ein wichtiger Schritt, um Selbstbewusstsein aufzubauen. Die erste Voraussetzung dafür: dass wir Eltern die Kinder auch so akzeptieren, wie sie sind und nicht nonstop an ihnen verbessern und kritisieren. Vergleichen mit anderen ist der absolute Feind des Glücklich-fühlen. 

Auch hier hilft den Fokus wieder auf das Positive zu richten: Was kann ich richtig gut? Wo sind meine Stärken? Und wie kann ich die bei Herausforderungen einsetzen? Zum Beispiel in der Stärken-Liste, in der man alle Dinge sammelt und aufschreibt, die richtig gut gelaufen sind. 

3. Empathie und soziales Miteinander: Beziehungen  zu anderen Menschen aufbauen und mitfühlen

Menschen, die viele soziale Kontakte haben, fühlen sich durchschnittlich deutlich glücklicher, als Menschen mit wenigen sozialen Kontakten. Kinder brauchen manchmal Hilfe und Anleitung dazu, wie man am besten auf andere Menschen zugeht. Was ein guter erster Satz beim Ansprechen des anderen Kindes sein kann. Eine Stufe weiter geht die Empathie: Wie fühlt sich der andere? Wie geht es dem Gegenüber? Mitgefühl ist die “hohe Kunst” der Glückskompetenz und das “Glückswundermittel”. Kinder können Empathie lernen, in dem sie zum Beispiel immer mal wieder anderen Menschen mit kleinen Taten oder netten Worten helfen. Dem neuen Kind in der Schule, dem kleinen Geschwisterkind oder ein freundliches Guten Morgen auf der Straße. Das Coole am Helfen: Es macht selber bessere Laune und hilft dabei noch dem Gegenüber. 

4. Resilienz: Lernen, wie man aus schwierigen Situationen und negativen Gefühlen wieder auskommt 

Jeder hat mal negative Erlebnisse. Ist frustriert, ängstlich oder ärgerlich. Der eine verfängt sich in dem negativen Gefühl und lässt sich den Tag verderben, der andere nimmt es als das, was es ist: ein temporäres negatives Gefühl! Mehr nicht. 

Für Kinder sind solche Frustrationen häufig ein Riesendrama. Was tun? 

  1. Erst mal wahrnehmen, dass da gerade eine doofe Situation ist. Und ein Stopp einziehen – zum Beispiel 10x atmen wie ein Tiger. 
  2. Überlegen: könnte mir jetzt jemand helfen? Wer könnte das sein? 
  3. Beobachten: was hat mir in der Vergangenheit geholfen? Auf dem Trampolin springen? Mich mit einem Buch in mein Zimmer zurückziehen? 


So können Kinder für sich ein “Toolset” an Drama-Helfern anlegen und merken bewußt: das Gewitter verzieht auch wieder. 

Am Ende noch das aller-allerwichtigste: Habt Vertrauen in eure Kinder. Selbst wenn es manche Dinge noch gar nicht kann und scheinbare Defizite hat: Das ist lediglich ein Feld, in dem es noch Unterstützung braucht und noch nicht sonderlich viele Vorbilder erfahren hat. Nicht mehr und nicht weniger. 


Hier sind die Player-Links für Spotify & iTunes:

Hier direkt die Folge direkt auf Spotify anhören: https://tinyurl.com/y2oqh695

und hier gibts die Folge auf iTunes: https://tinyurl.com/y3w7afac


Happy Kids – der Glücksworkshop für Kinder

16.11. in Köln

Enspannt und glücklich in die Schule: Der Resilienz- und Glücksworkshop für Kinder. Wir begeben uns auf eine 1,5h Schatzsuche zum größten Geschenk was wir haben: Glück empfinden!

Auf der Suche begegnen wir allem, was wir dazu brauchen: Selbstvertrauen stärken, Körper und Geist entspannen, Freude spüren.

Alle Details & Anmeldung dazu gibt es hier!