„Fear of missing out“, kurz: Fomo, ist ein immer häufiger auftretendes Problem derYoung Professionals. Fast könnte man schon von einer neuen Spezies sprechen, dem „Fomo Sapiens“. Wir sind fertig mit dem Studium und starten ins Berufsleben. Verbringen einige Jahre im Job. Dann merken wir, dass es so unendlich viele Möglichkeiten gibt, unser Leben zu gestalten. In unserer heutigen Zeit, so scheint es, ist einfach alles möglich. Und gleichzeitig fühlen wir uns immer mehr in die Enge getrieben, unter Druck gesetzt, ratlos. Wie soll man wissen, was das Richtige ist – im Studium, im Job, in der Freizeit, bei der Partnerwahl? Vielleicht wartet hinter der nächsten Ecke ja etwas Besseres? Kein Wunder, dass immer mehr junge Menschen an Depressionen und Angststörungen erkranken. Es gibt einfach zu viele Möglichkeiten für unser eines Leben und wir wollen keine davon verpassen.

Im Vergleich zu der Generation unserer Eltern haben wir die Möglichkeit, mehrere Jobszu leben. Auf der einen Seite ist das natürlich wunderbar, denn keiner muss mehr unglücklich einem Beruf nachgehen, nur um das zu machen, was er ursprünglich gelernt hat. Doch gleichzeitig werden wir auch ständig damit konfrontiert, dass es noch besser geht, dass da noch mehr auf uns wartet. Die Freunde auf Instagram, die von Bali aus arbeiten. Der Kumpel, der es geschafft hat, sich selbstständig zu machen und nun mit Online-Marketing richtig gutes Geld verdient. Wir bekommen ein Leben von Freiheit und Reichtum suggeriert. Die Work-Life-Balance steht dabei natürlich an oberster Stelle. Da fällt es schwer, sich mit weniger zufrieden zu geben, oder? Stimmt!

Ich als Life Coach bin auch der Meinung, dass wir etwas für unseren eigenen Erfolg tun können. Nur wir selbst sind verantwortlich für unser Glück und unsere Zufriedenheit. Wir führen die Regie. Aber diese Vielfalt macht es uns nun mal auch so schwer, zufrieden zu sein. Es ist ein kleiner Teufelskreis. Die Fülle an Optionen überfordert uns oftmals. Die Vergleiche mit Freunden oder Bekannten sind große Druckmacher. Und dann gibt es da auch noch die Eltern, die oft nur geringes Verständnis für berufliche Veränderung mitbringen.

Alle diese Faktoren verunsichern uns, den eigenen authentischen Weg zu gehen. Was kann man tun, um diesen Pfad der Zufriedenheit einzuschlagen? Um neue glückliche Wege zu gehen, ohne gleich wieder zu denken, etwas zu verpassen?

5 Tipps für den Weg vom „Fomo Sapiens“ zum „Happy Human“

1) Setze dich gar nicht erst unrealistischen Social Media Posts aus.
Mache dir bewusst,dass nicht jeder alles haben kann. Denn Social Media Posts zeigen nicht das richtigeLeben, sondern stets nur eine Seite: die beste. Aber niemand hat das perfekte Leben, jeder hat auch mal schlechte Tage und kämpft mit Misserfolgen oder Rückschlägen. Nur erfährt davon niemand was, denn keiner will öffentlich seine Schwächen zeigen.

Mein Tipp: Erinnere dich daran, wann du das letzte Mal einen schönen Moment erlebt hast. Stell dir jetzt vor, du schießt genau in diesem Moment ein Foto von dir. Wie sähe das aus? Wetten, dir wäre damit auch ein ziemlich guter Social Media Post gelungen?

2) Höre auf, dich mit anderen zu vergleichen.
Das zieht dich nur runter und macht dir Druck. Anstatt nur zu sehen, was andere bereits in ihrem Leben haben, beginne damit, dich auf dich selbst zu konzentrieren. Ein guter Anfang: Schreibe bewusst Dinge auf, die du bereits in deinem Leben erreicht hast.

3) Suche dir deinen eigenen authentischen Weg.
Es bringt nichts, andere nachzuahmen. Verbiege dich nicht, sei du selbst. Was sind deine Kernkompetenzen?
Folgende Fragen können dir Impulse geben:
Was macht dich aus?
Was kannst du besser als andere?
Womit beschäftigst du dich aus eigenem Antrieb? Welchen Job würdest du wählen, wenn Geld keine Rolle spielen würde. Welche Informationen bleiben ohne große Übung in deinem Gedächtnis?

4) Mach dir deine Stärken bewusst.
Folgender Coaching Hack könnte dir hier weiterhelfen: Schreibe dir eine Situation aus deinem Leben auf, in der dir etwas besonders gut gelungen ist. In der du mutig warst oder über dich hinausgewachsen bist.
Lies diesen Text einer vertrauten Person vor. Überlegt gemeinsam, welche deiner Stärken besonders zum Gelingen beigetragen haben. Durch diese Übung wird dir klar werden, was für tolle Stärken bereits in dir stecken. Wenn diese vielleicht durch den hohen Druck den du dir selbst machst und die ständigen Vergleiche mit anderen , untergegangen sind.

5) Denke „out of the box“ und lass dich inspirieren, aber nicht demotivieren.
Erlaube dir zu träumen: Wie wäre es denn richtig schön in deinem Leben? In deinem Job? In deiner Partnerschaft? Dann beginne, auch danach dein Leben zu gestalten. Ich denke, diese Impulse sind ein guter Weg für ein glückliches Leben und mehr innere Stabilität auf deinem Weg vom „Fomo Sapiens“ zum „Happy Human“!